Erkältung
Lindert Halsschmerzen und Schluckweh
Rund 150 verschiedene Mikroorganismen können Erkrankungen im Mund- und Rachenraum verursachen. Welche Formen sich zur Selbstheilung eignen, und wanns riskant wird.
Eine Kombination aus sich rasend schnell vermehrenden Bakterien und Viren ist verantwortlich für eine entzündliche Redaktion der Schleimhäute, auf die meist Schwellungen, Rötungen und Schluckbeschwerden und Heiserkeit folgen. Gegen Heiserkeit nennt der Drogist Stephan Vögeli aus Kirchberg (BE) eine pflanzliche Mixtur aus Wirkstoffen von Quittensamen, Vogelbeeren, Eibischwurzeln und Sanikelkraut als Stimmwunder. Flüstern belastet die Stimmbänder übrigens genauso wie Sprechen. Schreiben Sie lieber auf, was Sie brauchen. Schonen Sie Ihre Stimme mit Schweigen.
Die häufigsten Erkrankungen
Die drei häufigsten Erkrankungen im Rachenbereich, die in der Drogerie behandelt werden: Rachenentzündung, Kehlkopfentzündung und, als schlimmste Form, die Angina. Generell sind alle drei Formen zur Selbstheilung geeignet. Die Angina allerdings mit Vorbehalt.
Sanfte Heilmittel mit starker Wirkung
Drogist Raffael Gmünder, Geschäftsführer der Spisergass Drogerie in St. Gallen, rät bei leichten Beschwerden zu sanften Heilmitteln aus der Natur. Bei starken Beschwerden greift jedoch auch er zu synthetischen Mitteln.
Alternative Heilmittel Gurgeln mit Salbeitee wirkt entzündungshemmend. Eine Teemischung aus Eibisch, Malve, Schachtelhalmkraut und Süssholzwurzel lindert den Reiz. Die Pelargoniumwurzel, als spagyrischer Spray verabreicht, wirkt antiviral. Heisser Holundersirup und Honig mit Milch werden von vielen als wohltuend empfunden.
Herkömmliche Medizin Bei heftigen Beschwerden sind synthetische Mittel mit starker, antibakterieller Wirkung empfohlen. Ideal ist eine Lösung zum Gurgeln. Für die Einnahme unterwegs eignen sich Lutschtabletten mit schmerzlindernder und entzündungshemmender Wirkung.
Wann zum Arzt?
Die Faustregel des Drogisten: «Sobald sich der Gesundheitszustand verschlechtert oder die Halsschmerzen innerhalb von zwei bis drei Tagen trotz Behandlung nicht bessern, ist ein Arztbesuch nötig.»
Kann man selbst feststellen, ob es sich um eine harmlose Entzündung oder eine eher riskante Angina handelt? Drogist Raffael Gmünder erklärt: «Charakteristisch sind bei allen Krankheitsformen Rötung, Kratzen und Schwellung. Ist der Kehlkopf entzündet, kommt es zusätzlich zu Heiserkeit. Bei Angina sind zusätzlich die Gaumenmandeln geschwollen, gerötet oder gar vereitert.» Die Gaumenmandeln sind Teil des hinteren Rachenraumes. Öffnet man den Mund weit und drückt die Zunge nach unten, erkennt man auf beiden Seiten rundliche Wölbungen, das sind die Gaumenmandeln. Sind sie infolge eines Infekts angeschwollen, fühlt es sich an, als drückten zwei Klösse auf den Hals. Das führt zu starken Schluckbeschwerden. Vereiterte Gaumenmandeln sind voller gelber Punkte, sogenannten Stippen. Bei diesem Anzeichen ist ein Besuch beim Arzt angezeigt. Denn eine Angina ist nicht ganz ungefährlich. Schlimmstenfalls kann sie eine schwere Erkrankung des Herzens mit sich ziehen.
Fachliche Beratung: Drogist Raffael Gmünder, Geschäftsführer der Spisergass Drogerie in St. Gallen, Drogist Stephan Vögeli aus der Käser Drogerie in Kirchberg
Autorinnen: Flavia Kunz, Angela Caprez, Nadja Mühlemann; Redaktion: Nadja Mühlemann